FRATERNITAS SATURNI | ![]() |
VORWORT ZU
Diese Kapitelueberschrift ist programmatisch fuer eine deutsche
Geheimorganisation, die wir in Anwendung einer schrill anmutenden
Grosszuegigkeit vom Gesichtswinkel des "Schoepferischen" her
betrachten wollen.
Zur Historie sei unbedingt auf folgende Werke von P.R. Koenig hin-
gewiesen:
Warum ist die in den 20er Jahren gegruendete Fraternitas Saturni
(FS) bekannt, beruehmt, gefuerchtet und erweckt eine ganz andere
Art der Neugierde als die O.T.O.-Gruppen, obwohl man darueber fast
gar nichts weiss und nur schludrig recherchierte Maerchenbuecher
darueber publiziert sind? Abgesehen von Eugen Grosche (1888-1964),
dem Gruender, der waehrend ueber eines Jahrzehnts monatliche
"Blaetter zur angewandten okkulten Lebenskunst" und die
dazugehoerigen "Lektionen" herausgibt, sind es scheinbar kreative
Exponenten, die den Ruf und die Aura der FS praegen: Johannes
Goeggelmann/Saturnius, der Justizvollzugsbeamte Walter Janschik,
der Chemiker
Guido Wolther/Daniel, der Akademiker Adolf Hemberger
und der Beamte Karl Wedler/Giovanni im Roman "Auf Teufel komm
raus", Weltkreis-Krimi, Koeln 1987, in dem ein tatsaechlicher Sex-
und Selbstmordskandal im Umkreis der FS verarbeitet wird.
Was ist diesen Gestalten gemeinsam? Auffallend sind Fleiss und
Ausdauer. Man beachte nur Grosches monatlich anfaenglich auf
Durchschlag- und Kohlepapier getippte "Blaetter fuer angewandte
okkulte Lebenskunst" und die angehaengten "Lektionen" Ende der
1940er Jahre -- eingebunden in Vereinsmeierei, ausgedrueckt durch
Statuten, Rundschreiben, Berichte, Urkunden (ein Gebiet, auf dem
sich der Beamte Wedler wohlzufuehlen scheint), so dass sich hier,
wie beim O.T.O., die anfaenglich antikulturelle Aufsaessigkeit,
resp. der "religioese" Aufbruch Thelemas in den 1920er Jahren,
hinter Uniformknoepfen und Ordensbaendern verkriecht.
Allen hier vorgestellten Protagonisten ist wiederum gemeinsam,
dass deren Fuelle von Einfaellen und der Reichhaltigkeit ihrer
"Bewaeltigung" Grenzen gesetzt sind. So scheinen sie nie ueber
ihre persoenliche Problematik hinauszuwachsen, um
allgemeinmenschlichen Gegebenheiten z.B. in einer kuenstlerischen
Form Ausdruck verleihen zu koennen. Die hier von Grosche
abgedruckten frauenfeindlichen Texte erklaeren eindruecklich,
weshalb seine Witwe sofort nach Grosches Tod dessen Unterlagen
verkauft und mit der Welt ihres Mannes nichts mehr zu tun haben
will.
Diesen Protagonisten ist ausserdem eine Art schoepferischer Impuls
gepaart mit ausgesprochenem Bierernst gemeinsam.
Am Beispiel von Saturnius wollen wir eingangs unsere Eindruecke
erlaeutern und so fuer die anderen Protagonisten den Vorbau
liefern.
Hier oeffnet sich ein Ansatz zur Gnosis. Hyperaktive Tendenzen und
ueberbetonte Akzentuierung von Bewusstseinsinhalten (alles wird
z.B. saturnisch-satanistisch interpretiert) unterstuetzen das
Symbolbeduerfnis nach neuen Bedeutungstraegern. Dadurch entsteht
ein Zustand der Veraenderung der Wahrnehmungs- und
Verhaltenskonstanten. Dies fuehrt zu einem veraenderten Ausdruck
der Kreativitaet (in den hier vorgestellten Faellen zu deren
deutlichen Herabsetzung).
Saturnius' schoepferischer Ausdruck will ihn sich selbst als
"Mensch" erklaeren, seine Biologie, seine Beziehung zu Gott und
seine Position innerhalb der Fraternitas Saturni. Er scheint
beinah konservativ im Vergleich zu unseren weiteren Protagonisten
und wirkt in beharrlicher Konsequenz weit eingeschraenkter als die
fast ad hoc schwallenden Phantasieprodukte seiner Mitstreiter. Saturnius' Zerrissenheit spiegelt sich im Formalen. In ungelenk wir-
kenden Zeichnungen finden sich vollkommen isolierte Gestalten,
handkehrum wird beinahe jeder Millimeter des Blattes ausgefuellt.
Manchmal wirken die Gestalten weich und rund, andererseits fahrig,
zackig und beinahe in geometrische Strukturen aufgeloest; manchmal
sind die Zeichnungen mit dickem Strich ausgefuehrt, manchmal erscheinen dieselben Motive eher leicht hingeworfen. Gerne bedient
er sich pseudo-wissenschaftlicher Formalismen: schematischen Darstellungen, Diagrammen, Experimentanleitungen und einer
"Spezialistensprache". Diese Art Geometrismus koennte als
Weghalluzinieren der Geschlechtlichkeit, der sexuellen Wuensche
gedeutet werden. Und naehrt sich nicht die Sperma-Gnosis/Sexualmagie letztlich von unterdrueckter Sexualitaet? (vgl.
mein Aufsatz "Spermo-Gnostics and the Ordo Templi Orientis" in "Ecclesia Gnostica Catholica", A.R.W. 1998)
Regel scheint, dass fuer den schoepferischen Okkultisten vermehrt
der Inhalt (auf den sich auch die Journalisten stuerzen) denn die
Form zaehlt. Die sichtbare Umwelt verliert an Bedeutung, weil die
Beziehung zur Wirklichkeit gestoert und ihre Abbildung deshalb
sinnlos ist. An ihre Stelle tritt ein Beduerfnis nach Ausdruck der
inneren Realitaet, des persoenlichen Erlebens und Erleidens, das
zur Artikulation einer besonderen Sprache bedarf.
Abstraktionsvermoegen und Sprachbewusstsein werden veraendert, um
die zum Teil extrem komplizierten Ideen des Okkultismus kognitiv
zu erfassen, zu verinnerlichen und zu kommunizieren.
Im Gegensatz zum Kuenstler empfindet der nach Bildhaftem strebende
schoepferische Okkultist selten einen inneren Zwang nach
Stilmittel und Ausdrucksweise. Er bedient sich vielmehr der
traditionellen Trance-ausloesenden bewusstseinsveraendernden
Methoden (Sport, Musik, Tanz, Drogen, Rituale, Yoga) und raeubert
im Ausdruck ungelenk den Kraemerladen traditioneller Symbole (z.B.
bei Saturnius: Teufelchen mit Mistgabeln, Vampire mit langen
Fingernaegeln, Wassernixen, Totenschaedel; bei Guido Wolther sind
es pornographische Darstellungen; bei Walter Jantschik: Baphomet).
Solange schoepferische Okkultisten sich an den beschraenkten Stilmitteln und Tabus der Massenkultur (wovon die Okkultur ja eine
kleine Nische besetzt) orientieren, solange scheinen sie auch
keine Kunstwerke erschaffen zu koennen. Dies gilt mehrheitlich
fuer unsere Okkultisten im deutschsprachigen Raum. Die in den zwei
nun vorligenden A.R.W.-Baenden zu den Saturn-Orden abgebildeten
"schoepferischen" Werke wirken verkrampft und themenbesessen. Die
dargestellten Objekte und Themen scheinen hauptsaechlich Stuetze
fuer das Ich zu sein, um inneren Halt bieten zu koennen. Die
verminderte Ausdrucksleistung und Unfreiheit ihrer Protagonisten
widerspiegelnd, zeichnen sie bei Saturnius dessen Fokussierung auf
die "dunklen, satanischen Maechte" ab, bei Guido Wolther dessen
uebermuedendes Umkreisen des Themas Sexualitaet. So sind es vor
allem auch diese zwei Themen, die die Saturn-Orden charakterisieren: innerhalb der Gruppen selber, sowie auch in deren
Rezension durch Kritiker und/oder Journalisten. Die nach dem Tode
Grosches omnipraesente Vereinsmeierei faellt jedoch nur den
Mitgliedern selber auf.
An dieser Stelle laesst sich die wichtige Frage aeussern: wer sammelt und kauft solche Bilder und Texte? Wem sind sie sinnstiftend?
Da unser Werk auf die Fraternitas Saturni fokussiert ist, klammern
wir Austin Osman Spare oder Aleister Crowley, Phyllis Seckler,
Linda Falorio, Maggie Ingalls, Steffi Grant etc. von dieser Untersuchung aus. Ebenfalls nicht untersucht werden die Zeichnungen und
Darstellungen des Quintscher Schuelers Josef Anton Schuster
(Silias, 1896-1968), dessen umfangreiches Tagebuch von 1931 die
magischen Unterrichtungen von weiblichen und maennlichen Schutzengeln enthaelt. Silias' Tagebuch erinnert optisch an die Art Brut
eines Adolf Woelfli. Wilhelm Friedrich Quintscher/Rah-Omir
(3.10.1893-8.5.1945) knuepfte in den 1920er Jahren mit seinem
"Bauherrenorden" kurze Zeit Verbindung zur Fraternitas Saturni,
die sich jedoch bald davon distanzierte. Quintschers Adonismus
(siehe mein ABRAMELIN & CO.) wird gerne mit dem FOGC in Zusammenhang gebracht (siehe unten).
Im Laufe ihrer Entwicklung tuermt sich aber bei der FS immer mehr
esoterisch-okkulter Ballast auf (schliesslich will man ja die
Mitglieder mit monatlichen Mitteilungsblaettchen unterhalten) und
schliesslich reduziert sich die ganze Organisation nach dem Tode
ihres Gruenders auf/zu weltlichen Kleinigkeiten oder Reprints
alten Materials. Umgekehrt ausgedrueckt: man kehrt an den Ursprung
der Gnosis zurueck. Als echt gnostische Organisation scheinen die
Saturn-Orden im Weltlichen verwurzelt. Anders ausgedrueckt: In der
Magie gibt es nichts Nebensaechliches. So "reguliert" Eugen Grosche sogar Details wie die "Okkulte Raumkunst". Was auf den ersten
Blick wie buergerliche Spiessigkeit wirkt (man beachte nur die Fotos in "Materialien zum O.T.O.", Seite 92, wo sich die saturni-
schen Hueter der Evolution steif im Wohnzimmer um ein paar Spirituosen gruppiert in die Sofas druecken), ist gnostisch empfunden
jedoch der "verfaulte Ort", aus dem Pleroma ausgeschwitzt wird. Um
die Wichtigkeit dieser Ursprungsorte zu dokumentieren, seien hier
die Auseinandersetzungen um Wolther, Hemberger, der Mord im Umkreis Jantschiks vorgestellt. Saturnius, Walter Jantschik und
Guido Wolther haben, jeder auf eine spezielle Art und Weise, der
FS neuen Schwung verliehen. Es ist keinesfalls beabsichtigt, damit
die Boulevard-Neugier zu befriedigen, jemanden anzuprangern oder
an der zunehmenden Privatisierung und Skandalisierung in der Medienlandschaft teilzunehmen. Im Gegenteil, es ist eher der klein-
liche Blick von oft selbsternannten Journalisten zu bedauern, die
z.B. in Walter Jantschik eine "Gefahr" wittern. Die bunten Ereignisse um Saturnius, Wolther und Jantschik sollen hier den
schoepferischen Aspekt abbilden, der ausserhalb des
Alltagsbewusstseins, z.B. in einer Saturn-Loge, stattfinden kann.
Allein diese Sichtweise rechtfertigt auch die Faksimilierung
dessen, was aus einer banalen Froschperspektive heraus voreilig
zum Umfeld "Klatsch" reduziert werden koennte, jedoch die Historie
des Ordens massgeblich beeinflusst.
Der ausserordentlich freundliche und hilfsbereite
Gefaengniswaerter Jantschik lebt in bescheidenen Verhaeltnissen.
Er ist in zweiter Ehe seit 1973 mit einer Mauritianerin
verheiratet, mit der er zwei Kinder teilt. Seine Familie ist
ueberhaupt nicht am religioesen Universum Walters interessiert.
Trotzdem stoeren sie sich nicht daran, dass die ganze Wohnung mit
esoterischem Rat vollgestopft ist, die Schraenke im Kinderzimmer,
Stube, Gaenge -- im Schlafzimmer haengt eine zeitlang sogar
Baphomets Ziegenkopf ueber dem Ehebett. Jantschik ist ein
unermuedlicher Studierender. Meterweise stapeln sich die minutioes
einverleibten und mit schuelerhaftem Ernst angestrichenen/kommentierten Unterlagen von Fernuniversitaeten und esoterisch-okkulten Geheimbuenden. Seit den fruehen 70er Jahren geniesst Jantschik einen besonderen Ruf in der okkulten Szene, der
zwischenzeitlich schon international zu spueren ist. So steht
Jantschik schon frueh im Interesse der Recherchen von F.-W. Haack
und Horst Knaut. Jantschiks Freundlichkeit und Offenheit werden
ihm zum Verhaengnis, als Haack ihm Teile seines persoenlichen
Schriftwechsels mit Saturnius abknoepft und publiziert. Als
Ausgleich darf Jantschik alias Aythos im Verlag der A.R.W. seine
Informationen zur Fraternitas Saturni veroeffentlichen. Die Hiram-
Reihe der A.R.W. ist so hauptverantwortlich fuer das Revival des
Okkultismus im deutschsprachigen Raum geworden. Aehnlich wie Saturnius die alte FS, versorgt Jantschik alias Levum die
Fortsetzungsorganisation "Ordo Saturni" in den 1980er Jahren mit
Ideen, was vor allem den sexualmagischen Aspekt betrifft.
Jantschik ist ein wohlfunktionierendes Mitglied/Raedchen der Gesellschaft geblieben. Hierin unterscheidet er sich von Aleister
Crowley, der dank seiner finanziellen Ressourcen komplett
herausgefallen scheint und seinen Drang "wieder dazuzugehoeren"
mit der Annektierung aller moeglichen Orden, Kirchen, Titeln und
Aemtern ausgelebt hat.
Nach wie vor scheint Jantschik sich als "Opfer" darzubieten und
laesst sogar zu, dass seine komplette Adresse im Internet auf
www.cyberlink.ch/~koenig/saturn.htm publiziert wird. Ein Streit
oder Missverstaendnis mit ihm ist unvorstellbar. Die Buchserie zum
"O.T.O.-Phaenomen" verdankt ihm viele Unterlagen, da Jantschik
seit Jahrzehnten mit allen moeglichen Orden, Kirchen, Grueppchen
und Protagonisten verkehrt, korrespondiert und alles sammelt, was
er in die Finger bekommt. Trotzdem ist er ein ausgepraegter
Einzelgaenger geblieben. Er hat sich nicht als Grossmeister der
Fraternitas Saturni geeignet, wo zu seinem Bedauern eher Intrigen,
Schwindeleien und plumpe Angebereien die Ordensstruktur am Leben
erhalten - ein Milieu, das wir ebenfalls in diesen A.R.W.-Baenden
zu dokumentieren versuchen, da es massgeblich den Verlauf der
Ordenshistorie beeinflusst.
Eine auffallende Parallele zum bekanntesten Kuenstler
zustandsgebundener Kunst, Adolf Woelfli (1864-1930), sei erwaehnt.
Da fuer Woelfli die Summe aller Wissenschaften und Kuenste die
Algebra war, bezeichnete er sich selbst oft als "Allgebratohr".
Walter Jantschik erlebt hingegen Baphomet als Quelle aller
Universen. Und so nennt sich Jantschik "Baphometor". Genauso wie
Woelfli muss Walter Jantschik den horror vacui seines Universums
auffuellen. Woelfli zeichnete und bekritzelte seine Kartonblaetter
bis auf den letzten Millimeter voll. Jantschik laesst alias Cit
durch all seine Realitaeten Baphomet aufquellen. Unerschoepflich
schreibt er Rituale, Essays und Meditationen zum Thema Baphomet,
angetrieben von der alten Dame Kundalini.
"Sexualitaet [...] und die unendlichen Ideen und Moeglichkeiten
meiner aussergewoehnlichen Imaginationen erschufen mehr und mehr
Situationen fuer meine unglaublichen Unternehmungen. In meinen
lykanthropischen Forschungen und Erkenntnissen wurde es mir moeglich, mich mit den einzelnen transsaturnischen Planeten bezueglich
der Sexualmagie in Verbindung zu setzen und neue Einsichten zu gewinnen. Wesenheiten oder Genien von Uranus, Neptun und Pluto weihten mich ein in die hoechsten Mysterien und erteilten mir die
hoechsten sexualmagischen Initiationen sowie das magische Ankhur.
Im ultra-imaginativen Feld von Sperm und Mens wurde ich vom
Hoechsten Meister der Plutonischen Ejakulation zum "Meister ueber
die seminal-menstrualen Stroeme vom Oberen und Unteren Pleroma"
geweiht."
Lassen wir Jantschik ausfuehrlicher zur Feder greifen, da er sich
speziell fuer dieses Vorwort erklaert und er beispielhaft fuer
unsere theoretischen Ausfuehrungen zum schoepferischen Aspekt der
deutschsprachigen Okkultur steht: "Ja! Bin Spezialist fuer
philosophischen Baphometismus und gnostischer Baph-Magie. Die
kuenstlerischen Aspekte sehe ich in der Erfassung einer immanenten
Transzendenz eines philosophisch-hermetischen Baphometismus. Es
geht mir um eine kuenstlerische Darstellung eines gnostisch-hermetischen Baphometismus und deren immanente Transzendierung. Es
soll das rein Spirituelle im Magischen des philosophischen
Baphometismus mittels Transzendierung den Interessierten durch
eine gnostisch-kuenstlerische Gestaltung erfahrbar gemacht werden.
Mit meinen wissenschaftlich-philosophisch-hermetischen
Ausfuehrungen will ich den noch ziemlich unbekannten Baphometismus
als neue paradigmatische Kunstform in das Bewusstsein der interessierten Leute bringen. Es handelt sich bei der neuen
paradigmatischen Kunstform um eine beschreibende Kunst, die die
abstrakten philosophisch-hermetischen und okkulten Inhalte des
Baphometismus sichtbar zu machen versucht. Die neue aeonische
Struktur, die ein Teil des kommenden Baphometismus sein wird, will
ich durch meine wissenschaftlichen Forschungen plastisch
darstellen. Die Sinnfrage des wahren Lebens durch "beschreibende
Kunstform" in der Auseinandersetzung mit dem philosophisch-gnostisch-hermetischen Baphometismus zu erklaeren. Wissen ist
Macht! Ora, lege, lege, lege, relege, labora et invenies! Dies
heisst: Bete, lies, lies, lies, lies noch einmal, arbeite und Du
wirst finden! -- Durch Streben nach goettlichem Wissen ist
gleichzeitig ein Streben nach Schoenem und Geordnetem verbunden.
Je groesser das Wissen, desto sublimer ist das Streben nach
Schoenem. Das vollkommene Wissen beinhaltet den Ausdruck des
Schoenen und Geordneten in seiner ideellsten Substanz. Ein Streben
nach Wissen ist nicht moeglich fehlt die Ausdruckbarkeit des
Schoenen. Je tiefer ein Baphometist in die Integralitaet des
Wissens eindringt, umso groesser kann seine Ausdruckbarkeit des
Schoenen sein. Ein Magier oder Baphometist, der nach
immerwaehrenden Wissen strebt, verbindet damit ontologisch-ontisch-pneumatische Gesichtspunkte einer Strukturierung des
Schoenen und Geordneten, die anders nie so zum Ausdruck gebracht
werden koennen." [24.08.98]
Schon relativ "frueh" in den 60er Jahren uebt Wolther seinen Beruf
als Chemiker nicht mehr aus, sondern schlaegt sich immer knapp am
Rande des Existenzminimums lebend als "freischaffender"
"Buchhaendler" durchs Leben. Angezogen von dem, was ihm
"raetselhaft wie verworren und gefaehrlich" scheint, fuehrt er
zusammen mit seiner Frau, der Franzoesin Andree Meriam
Wolther/Rahel (eine in Bayonne geborene Juedin, die unter dem
Naziregime zu leiden hatte und mit der er einen Sohn, Patrick,
teilt) ein bohemienhaftes Leben und kommt als Grossmeister der
Fraternitas Saturni dem Beduerfnis potentieller Kunden (z.B. dem
akademisch verbildeten Okkultisten Adolf Hemberger) entgegen,
skandaltraechtige sexualmagische Zeichnungen herzustellen und sich
einen exotischen Ruf zu schaffen.
In Wolthers sexualmagischen Zeichungen der fruehen 70er Jahre finden sich die im westlichen Okkultismus obligaten aegyptischen und
hebraeischen Symbole, speziell hier nun um plumpe Darstellungen
von Penis und Vagina angeordnet. Wie bei Saturnius scheint der
Urheber dieser Werke einen Anspruch an Wissenschaftlichkeit und
Authentizitaet anzustreben, um seiner Privatrealitaet Bedeutung
zuschreiben zu koennen. Seine Welt will ueber die Normalwelt
hinausgehen, deren Schwelle zu durchschreiten anderen ausnahmslos
den Tod bringe oder sie "an Koerper und Seele krank" zurueckkehren
lasse.
Wolthers okkulte Laufbahn gleicht einer Art exorzistischem Ritual,
mit dem der Dramaturg die unertraegliche Spannung seiner eigenen
Existenz zu bannen versucht, um ueberleben zu koennen. Wolthers
Werk "endet" in voelliger Verinnerlichung: nach 1974 sind von ihm
keine Zeichnungen und Schriften mehr bekannt geworden. Dies kann
mit seiner grossen Enttaeuschung im Zusammenhang mit Mitgliedern
der Fraternitas Saturni zusammenhaengen.
Ohne Kenntnis weiterer biographischer Daten (analytische Deutungen
der Bild/Ritualinhalte gehoeren m.E. ins Gebiet der unstatthaften
Spekulation, obwohl sich in Saturnius' und Wolthers Bilderwelt
auffallend viele weibliche Daemonen tummeln), scheint es, im
Gegensatz zu Jantschik, bei Wolther kein Nebenher mit der
Alltagsrealitaet und vor allem kein Zurueck zu geben. So legt er
nach 1974 (?) sein Werkzeug nieder, um es nie mehr zu ergreifen.
War/ist das "schoepferische Werk" Wolthers also ein gelungener
Selbstheilversuch am Rande der Gesellschaft?
Walter Jantschik, der als Grossmeister Wolther und Saturnius
persoenlich gekannt hat: "Daniel und Saturnius haben mit ihren magischen Forschungen Grossartiges geleistet. Es ist anzunehmen,
dass diese schoepferischen Werke eine Art rituelle Flucht aus dem
unertraeglichen Dasein einer spiessigen und langweiligen Gesellschaft darstellen. Eine Identifizierung mit dieser Gesellschaft
war bestimmt nicht deren Absicht; und es wurde von ihnen immer
wieder beklagt, dass keine geeigneten Personen fuer eine wahre magische Arbeit zur Verfuegung stuenden, welche das MAGISCHE WERK
fortsetzen koennten." [24.08.98]
Zur Zeit lebt Wolther erkrankt und zurueckgezogen, unterstuetzt
von seiner Frau und dem Wiener Emil Stejnar (siehe ABRAMELIN &
CO.). Seit vielen Jahren verkauft und/oder uebertraegt er schon
beinahe regelmaessig seine Rechte an alle, die ihn anfragen, ohne
sich ueber die juristische Grundlage im klaren zu sein. So tummeln
sich mittlerweile unzaehlige angebliche Besitzer von Rechten an
Wolther-Manuskripten in der Okkultur, die wohl arg enttaeuscht
sind, wenn sie mit den Tatsachen konfrontiert werden, dass selbst
renommierte Autoren, Wissenschaftler und/oder Kuenstler kaum mehr
Rechte auf ihre eigenen Werke besitzen oder wahrnehmen koennen,
sobald diese erstmals verscherbelt sind (bekanntestes Beispiel
duerfte Paul McCartney sein, der keinerlei Rechte mehr an seinen
eigenen Songs aus der Beatles-Zeit mehr besitzt). Das wiederholte
Verkaufen oder Vergeben von Copyrights koennte als Betrug
ausgelegt werden. Fuer die nun vorliegenden Baende zu den Saturn-Orden sind die Bewilligungen von zwei [!] dieser Rechtinhaber
eingeholt worden, die ihrerseits ihre Rechte vor Jahren schon von
Wolther z.T. kaeuflich erworben haben.
Als sinnlicher Mensch isst und trinkt er gern und viel, was den
Kontakt mit ihm nicht unbedingt erleichtert. Nach Auskunft eines
nahen Bekannten hegen seine Universitaetskollegen "keine besondere
Freude an Hemberger", was ihn stark unter Druck setzt, faktisch/authentisch zu wirken. Es ist leicht zu deuten, dass der
familiaere, monetaere und universitaere Druck ihn dazu treibt, mit
spirituellen Entitaeten Kontakt aufzunehmen. Er sieht sich selber
jedoch nicht als kreativer Mensch, sondern als Forscher im abgelegenen Gebiet der Geheimbuende. Ende der 1960er Jahre erhaelt er
von der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Bonn einen finanziellen Zustupf fuer seinen ersten Band zur Fraternitas Saturni mit
dem hochtrabenden Titel: "Organisationsformen, Rituale, Lehren und
magische Thematik der freimaurerischen und freimaurerartigen
Buende im deutschen Sprachraum Mitteleuropas, Teil I, Der
mystisch-magische Orden Fraternitas Saturni - Versuch einer
religionsphaenomenologischen, soziologischen und
tiefenpsychologischen, an der Werturteilsfreiheit der Heidelberger
Schule orientierten Analyse"; 1971 im Selbstverlag erschienen.
In seinen ueber 30 Baenden zur Okkultur (knapp 20 Baende zur
Fraternitas Saturni, etliche ueber Freimaurerei, Pansophie und
Rosenkreuzertum, Adonismus, Weltspirale, A.M.O.R.C., etc.)
reduziert er sich sehr bald auf ein reines Faksimilieren seiner
gesammelten Unterlagen. Dies tut er nicht wie der Herausgeber des
O.T.O.-Phaenomens, um eine kritische und distanzierte Haltung zu
erzeugen, die z.B. objektiven Forschern Grundlagenstoff zur
Abbildung der Befindlichkeit der Gesellschaft, wie auch dem
Okkultisten praktisches Material zur Verfestigung oder Verformung
seiner subjektiven Welten bietet, sondern allein um sich zu
rechtfertigen. In seinen ersten Baenden, in denen er noch selber
Texte ueber die Freimaurerei oder die Fraternitas Saturni
verfasst, entsteht naemlich dermassen viel faktischer Unsinn, dass
er sehr heftig von Fachkreisen abgelehnt wird. Seine
anschliessende Flucht in das endlose und undifferenzierte/konzeptlose Faksimilieren scheint also ein beinah ver-
zweifeltes Festklammern an der entschwindenden Realitaet, ein sich
Verteidigen gegen die Vorwuerfe, seine eigenen Unterlagen (viele
tausend Seiten, die er in seine Schreibmaschine getippt hat) nicht
lesen zu koennen oder aufgrund vermuteter "ludendorff-nazistischer
Gedankengaenge" dem Vorwurf boeswilliger Verleumdungen
entgegenzusehen (so wie von der Quatuor Coronati inoffiziell
angenommen).
Hemberger ist verantwortlich dafuer, dass Guido Wolthers Schriften
und Zeichnungen in Umlauf gebracht werden. Hemberger meldet sich
jeweils kurzerhand bei Wolther an, der schnell mit dem Kugelschreiber ein paar sexualmagische Zeichnungen kritzelt, die Hemberger dann an den Meistbietenden verkauft. Dasselbe geschieht mit
dem Sektenbeauftragten Friedrich-Wilhelm Haack, der ebenfalls an
solchen Verkaeufen beteiligt gewesen sein soll. Hier greifen
Uebertragungs- und Gegenuebertragungsmechanismen ineinander; es
entstehen verfaelschte schoepferische Produktionen (Wolthers 18°-Bilder und angebliche FOGC-Rituale), Artefakte ohne grosse
kuenstlerische Authentizitaet.
Aehnlich wie Walter Jantschik greift Hemberger in seine Unterlagen
ein, indem er sie mit Kommentaren und Symbolen versieht. Waehrend
Jantschik dies aber fuer sich allein zur Weiterbildung macht, verkauft Hemberger seine gebuendelten Fotokopien als
"wissenschaftlich".
Zum faktischen Gehalt der selbstverfassten Schriften Adolf Hembergers ist nicht viel zu sagen. Obwohl sie kaum leer wirkende Wort-
huelsen à la Jantschik enthalten, koennten sie diplomatisch mit
"naiver Nonsense" umschrieben werden, wenn nicht soviele Leute
glaubten, was aus seiner Schreibmaschine geflossen ist (was vor
allem durch sein Buch "Experimental-Magie" unterstuetzt wird, das
er schon 1967 alias "Klingsor" publiziert und das viele FS-Mitglieder erzuernt). Oscar Schlag erinnert sich, dass Hemberger den
ganzen Tag an der Uni am Fotokopiergeraet gestanden habe, um
eigenhaendig seine "Baende" zusammenzustellen. Da seine schludrig
hergestellten, meist auf weniger als hundert Exemplare
beschraenkten "Buecher" sehr schwer aufzutreiben sind, steigert
sich natuerlich deren Mythos.
Zur Copyrightslage der von Hemberger zusammengestellten Baende
ohne dessen phantasievollen Ergaenzungen: Solche Werke der
Dokumentation sind urheberrechtlich nur 25 Jahre lang nach ihrer
Publikation geschuetzt und unterscheiden sich dadurch von
denjenigen, die einen schoepferisch-relevanten Anteil aufweisen
und 70 Jahre ueber den Tod eines Autors hinaus geschuetzt sind
(siehe die Transit-Film, die die Nazi-Propaganda-Filme im Vertrieb
fuehrt).
Zu den FOGC-Ritualen, die Guido Wolther angeblich am 1.10.1943 als
blutjunger Soldat der Kriegsmarine von seinem Vater erhalten haben
soll: FOGC bedeutet "Freimaurer Orden des Goldenen Centuriums" und
ist erstmals in Franz Bardons Roman "Frabato" und in den
"Denurischen Schriften" Wilhelm Quintschers erwaehnt. Da diese Rituale aeusserst marginal zum Thema "O.T.O.-Phaenomen" sind, seien
hier nur auszugsweise die Transkriptionen zur Abbildung gebracht,
die aus der Fabrik Adolf Hemberger/Wolther zu stammen scheinen.
Der Laie wird schnell den Zusammenhang zwischen diesen angeblich
von Wolthers Vater (der FOGC-Mitglied gewesen sein soll) stammenden Ritualen und denjenigen der FS unter Wolther feststellen. Bislang sind nur sehr wenige im Untergrund zirkulierende Exemplare
dieser Rituale und Geschichtchen erhaeltlich gewesen. Deren
Seltenheitswert erhoeht nicht nur ihre Inhalte natuerlich zu fast
unanfechtbarer Wahrheit, sondern auch die Preise von z.B. angeblichen FOGC-Dolchen, die gerne von Buchhaendlern verkauft werden.
Zur rechtlichen Lage der Publikation von Ritualen. Aufgrund eines
Praezedenzurteiles in Deutschland sind Rituale nicht copyrightbar,
da/falls diese von einer "Hoeheren Wesenheit" diktiert sind.
Entweder sind z.B. die FOGC-Rituale aus der Hand Wolthers
authentisch (d.h. von seinem Vater aus einer uralten originalen
FOGC-Loge, die von hoeheren Logendaimonen beeinflusst wurde) und
dann nicht copyrightbar (auch waere in diesem Fall ein originaerer
Verfasser kaum aufzufinden), oder sie sind Faelschungen, deren
ureigene Schoepfungsquelle Wolthers Phantasie ist: In diesem Fall
waere das fuer das okkulte Milieu aeusserst peinlich. In jedem
Falle verweisen die Rituale und die damit verbundenen Histoerchen
(Hitlers Folterungen Franz Bardons; der letzte Grossmeister,
dessen Gaskammer nach der Exekution leer aufgefunden wird; etc.)
auf das paranoide und faschistoide Weltbild vieler Geheimbuendler,
die glauben, dass eine duestere Art judo-freimaurerische Weltverschwoerung stattfinde. Die Drahtzieher sind dieses Mal jedoch
Bartzabel, der Daemon der Zwietracht, des Streites, von Hass und
Zorn; Astaroth, der machmal auch weibliche Daemon der Sexualitaet
und der Fruchtbarkeit; Belial, zustaendig fuers Ausschweifende,
Verkommene und Lasterhafte; Asmodeus, zornig, eifersuechtig und
radikal; und Belphegor, der in der Gestalt einer Frau
Menschenfleisch verzehrt.
Fuer alle anderen hier wiedergegebenen Dokumente wurden die
noetigen Bewilligungen eingeholt oder das Bestmoegliche getan, um
eine solche zu erhalten: Im Falle der Copyrightinhaber an Werken
von Eugen Grosche sei hier nochmals darauf hingewiesen, dass der
Verlag solche an einer moeglichen Tantiemenausschuettung
beteiligt, sofern die lueckenlosen juristischen Unterlagen
vorgelegt werden koennen. Dasselbe gilt natuerlich fuer
allfaellige andere moeglichen Ansprucherheber. Falls solche einen
lueckenlosen juristisch einwandfreien Anspruch anmelden koennen
(z.B. notariell beglaubigte einmalige Transmissionen von Rechten
ohne Verletzung anderer Rechtsinhaber), wird dieser, gemaess
Gesetzgeber und Usus, in Quote per entsprechender Seitenzahl in
Bezug auf 10% des Ladenverkaufspreises verguetet.
Zur Abklaerung der rechtlichen Lage dieser zwei Baende "In Nomine
Demiurgi Saturni/Nosferati" sind auf Copyrights spezialisierte Anwaelte und Organisationen konsultiert worden. Zur Frage, ob es
sich bei den hier faksimilierten bildnerischen Darstellungen um
Kunst handeln koennte, wurden namhafte anerkannte Kuenstler
zugezogen, die diese Diskussion mit einem eindeutigen "Nein"
bereicherten.
Oktober 1998
Das Milieu des Templer Reichs - Die Sklaven Sollen Dienen. Aleister Crowley - Ordo Templi Orientis - Fraternitas Saturni - Theodor Reuss - Hanns Heinz Ewers - Lanz von Liebenfels - Karl Germer, Arnoldo Krumm-Heller - Martha Kuentzel - Friedrich Lekve - Hermann Joseph Metzger - Christian Bouchet - Paolo Fogagnolo - James Wasserman. Unbequeme Aspekte in der Geschichte des O.T.O. und Thelema
In Nomine Demiurgi Saturni: 1925-1969
In Nomine Demiurgi Nosferati: 1970-1996
Das O.T.O.-Phaenomen, A.R.W. 1994 (zur Historie)
Materialien zum O.T.O., A.R.W. 1994 (Faksimiles von Briefen und
Fotografien)
Ein Leben fuer die Rose, A.R.W. 1995 (hier wird auf die magische
Signifikanz der Grade 18 und 33 hingewiesen, die eine Art astralen Vampir zu fuettern scheinen, siehe auch: "Von Kopf bis Fuss
auf Sperma eingestellt" in "In Nomine Demiurgi Nosferati", A.R.W.
1999, von Marlene Leander/Zarah Dietrich, d.i. Barbara Weisz,
Ottmar Domainko und P.R. Koenig)
Abramelin & Co., A.R.W. 1995 (sexualmagische Zeichnungen)
Das Beste von Heinrich Traenker, A.R.W. 1996 (Korrespondenz zwischen Eugen Grosche und Aleister Crowley)
Johannes Goeggelmann/Saturnius
In Tausenden von Briefen und Zeichnungen finden wir hier Verhaltens- und Gestaltungstendenzen, deren gefuehlsmaessig verstaerkte
Phsyiognomisierungen den Versuch illustrieren, zu einer fremden
Umwelt eine Beziehung herzustellen, indem man ihr ein ausdrucks-
und bedeutungsvolles "Gesicht" verleiht (gefluegelte weibliche
Daemonen). So wie generell in vielen "Kunstwerken" der Okkultur
veraenderte Bedeutungserlebnisse und Beziehungssetzungen Ausdruck
finden, deren Tendenz zur Formalisierung
(Expressionsunterdrueckung, pseudo-wissenschaftliche Erklaerungen)
der Emotionalitaet entgegengesetzt scheint und dazu dient, unertraegliche Gefuehle zu beherrschen, faellt die Reduzierung auf
isoliert und verloren wirkende Bildmotive auf, die z.B. Saturnius'
Einsamkeit innerhalb der Fraternitas Saturni aufzuzeigen scheinen;
Isolation, die sich auch in Logorrhoe, d.h. Tausenden von Briefen
aeussern kann.
Weitere Protagonisten
Waehrend Aleister Crowley und der O.T.O. sich immer eher
verschaemt zur Sexualmagie bekennen, stuermt Eugen Grosche
innerhalb des Saturnischen Universums anfaenglich schnurstracks
aufs Ziel los.
Walter Jantschik (geb. 9.11.1939)
Da wir Walter Jantschik, alias Jananda 1969 Guido Wolthers
Nachfolger im Grossmeisteramt der Fraternitas Saturni, schon in
mehreren Publikationen zu Wort haben kommen lassen (Ecclesia Gnostica Catholica, Abramelin & Co.), wollen wir den Leser auch auf
diese Publikationen hinweisen.
Guido Wolther/Daniel
Wir empfehlen dem Leser die vielen Zeichnungen Wolthers in
"Abramelin & Co."
Ohne genaue biographische Details zu kennen, laesst ein von
Wolther tief in der Erde ausgefuehrtes Pluto-Ritual die Vermutung
zu, eine problematische Elternbeziehung rituell bewaeltigen zu
wollen. Im August 1962 und September 1963 versuchen Wolter und
seine Frau in einer "herrlichen Tropfsteinhoehle in 250 Meter
Tiefe" in Frankreich mithilfe der Verbrennung von Antimon,
Uransalzen, Thoriumoxyd, Strontium und Petroleum (deren Rezeptur
von Andree Meriam in Trance von "hohen Saturnintelligenzen"
mitgeteilt wird), "den Teufel aus der Hoelle zu holen." "Das
Unwirkliche - Geheimnisvolle reizt uns - wir "muessen" einfach ...
Es treibt uns zu entdecken und zu arbeiten -, magisch zu arbeiten.
Wer uns kennt, weiss, dass wir keine "esoterischen Schwaermer"
sind, sondern unsere Operationen mit wissenschaftlicher Gruendlichkeit durchzufuehren verstehen".
Die Urmutter wird magisch mit dem Vibrieren von "barbarischen Lauten" angerufen: "Onia ... Heva!! Onia ... Chavah! Chavah! Heva!!
Ino ... Rea! Ria! Rua! Oia! Uuu ... Nahema! Nahema! Uuu! Oie-Ona-Uuea-Uuu! Aie, Aonie, Lilith, Lilith! Lilith! Jahou! Juhooe!
Jaaaaheluu! Aus tiefster Tiefe steigt empor ihr Kraefte Plutos! In
tiefster Tiefe hoert meinen Ruf, steigt empor transuranos -
transuranos - steigt empor. Uuu. Jiii. Plutonische kosmische Kraft
ich beschwoere Dich, zeige Dich! Agiel seid Mittler; Arratron seid
Mittler! Ich rufe Saturnus, den Hueter der Schwelle, Saturnus, Saturnus, Saturnus oeffne die Schwelle zu transuranos. Oeffne die
Schwelle zu transuranos. Uuuu Jiiii."
Ein weiblicher Daemon mit dem Koerper eines Skorpions und dem Gesicht einer Frau erscheint, Frau Wolther faellt in Ohnmacht. Der
Koerper des Daemons wird menschlich und "das Wesen hebt die Hand
gegen meine Frau". Guido Wolther aeussert sein Beduerfnis: "So
bitte ich Dich um die Macht, ueber Menschen zu herrschen - Macht,
Herr einer Organisation zu sein, einer okkulten Gruppe, die
wiederum Macht in drei Reichen darstellt, und jene Macht moechte
ich teilen mit meinem Weibe hier". Der Daemon regt sich jedoch
auf, denn "das Weib ... wird Dich dereinst verraten Menschlein!"
Abgang Urmutter.
Adolf Hemberger (4.11.1929-10.11.1991)
Frueh beschaeftigen ihn Politik und Wirtschaft und er wird in
linken Studentenverbindungen aktiv. Eine seiner ersten
Publikationen handelt vom Anarchosyndikalismus. Von Beruf lernt er
Dipl.-Volkswirt Dr.phil und 1967 doziert er ueber Erziehungslehre
am Paedagogischen Institut in Fulda. Spaeter wird er Professor
fuer Methodologie und Wissenschaftstheorien im Fachbereich 04 der
Justus-Liebig-Universitaet Giessen und Chef des Instituts fuer
Verhaltenstherapie und Praeventivmedizin Kirchvers, wo er z.B.
ueber Erziehungswissenschaft und Psychosomatik bei Pferden
referiert.
Hemberger ist ein betonter Familienmensch und schwer enttaeuscht,
als seine ueber alles geliebte Frau und Tochter seine esoterisch-okkulten Interessen nicht nur nicht teilen, sondern auch absolut
kein Verstaendnis dafuer aufbringen. Nichtsdestotrotz versucht er,
seine Frau (die zweite, eine Architektin, auf die er besonders
stolz ist) so oft wie moeglich ins Spiel zu bringen. Als sich
seine Frau jedoch von ihm scheiden laesst, entpuppt sich dies als
der groesste Schock seines Lebens. Um trotzdem den aufwendigen
Lebensstil seiner nun ex-Familie aufrechtzuerhalten (mehrere
Pferde seiner Tochter), muss er als Universitaetsprofessor
Bankkredite aufnehmen, was ihn finanziell stark belastet. Dazu
kommen grosse Geldausgaben fuer Buecher und Reisen.
Zum weiteren Inhalt
Die nun hier folgenden Dokumente dienen allesamt als Fussnoten zum
Textwerk "Das O.T.O.-Phaenomen" und sollten auch zusammen mit den
Faksimiles in "Materialien zum O.T.O." betrachtet werden. Sie werden hier so chronologisch wie moeglich praesentiert.
In "Abramelin & Co." sind auf den Seiten 287-313 sexualmagische
Evokations-Symbole von Wolther abgebildet, die das Thema der Sehnsucht nach in Trance erfahrbaren Weltbildern dokumentieren. Der
etwas einseitige Briefwechsel zwischen Eugen Grosche und Aleister
Crowley findet sich in "Das Beste von Heinrich Traenker" abgebildet.
Rechtliche Lage
Zu der Faksimilierung von Mitteilungsblaettchen, Statuten und
Formularen: Diese fallen nicht unter den Urheberrechtsschutz, da
ihnen allgemeiner formeller Charakter und keinerlei "aesthetischer
Ueberschuss" zugeschrieben werden kann. Allein letzterer wuerde
diese Unterlagen ihrer formelhaften Funktionalitaet entheben (so
sind auch zum Gebrauchszweck vorgesehene Designer-Loeffel oder
selbst mit Preisen ueberhaeufte Designer-Briefkaesten kaum
copyrightbar, ausser sie tragen einen aeusserst individuellen
aesthetischen Ueberschuss). Dies gilt auch fuer die
"persoenlichen" Briefe, die hier zum Abdruck kommen. Alle
Ordensthemen-bezogenen Stellen fallen unter das Prinzip des
Grosszitats in der Form von Fussnoten zum Band "Das O.T.O.-Phaenomen" oder als Collagen. Persoenliche Daten in diesen Briefen,
die den Persoenlichkeitsschutz verdienen, sind selbstverstaendlich
getilgt. [Michael Ritscher: "Designschutz - Urheberrecht zwischen
Kunst und Technik", in: Pro Litteris Gazetta, 23, Zuerich 1998).
Keines der hier vorgestellten Dokumente ist um seiner selbst willen dem oeffentlichen Informationsbeduerfnis zur Kenntnis
gebracht. Jedes Faksimile oder dessen partielle Verwertung ist
Gegenstand geistiger Auseinandersetzung im Kontext aller vom Autor
herausgegebenen Baende zum O.T.O.-Phaenomen.
English version: Saturn's art of living and loving
tradução portuguesa: Saturno-Gnose: A Arte de Amar e Viver
Versiune romana: Arta de a iubi si de a trai - Gnoza lui Saturn
Guido Wolther
Some of his sexmagical drawings
Guido Wolther: Sexualmagische Zaubermittel
18° Gradus Pentalphae, 1971 [integral
version]
Die Symbolik des "Gradus Pentalphae"
| Das Prat-Alpha | Die Schlüsselworte, 1973
Zum Gradus Pentagrammatus (= Gradus Pentalphae)
Ritual des Alten und Mystischen Ordens der Saturnbrüderschaft
"Ordo Mysticus Saturni" AMOS\OMS [one of
the many secret inner orders within the FS, founded in 1968, see Das O.T.O.-Phaenomen]
[adoration of the sun]
Texte zum Thema GOTOS-Büste
Die GOTOS-Büste. Winke, Anregungen und Ratschläge für die Brüder und Schwestern der Loge Fraternitas Saturni
Walter Jantschik:
Die GOTOS-Belebung
Tradução Portuguesa :
A Animação do GOTOS
Walter Jantschik: Blut, Sex und der GOTOS
De Destillatione "Suci Mulieris" Ad Servandam Valetudinem Magi
In Nomine Demiurgi Nosferati: History and protagonists
Short dutch version
Too Hot To Handle: a comparison of the sexmagick
of the Fraternitas Saturni with the O.T.O.-groups
Tradução Portuguesa: In Nomine Demiurgi Nosferati
Versiune romana: Fraternitas Saturni. Istorie si protagonisti
Versiune romana: Bebelusul Nosferatului
Saturn-Gnosis: a portrait of the real
Fraternitas SaturniVersiune romana: SATURN GNOSIS: Adevaratul Fraternitas Saturni
Saturn's art of living and loving
ceská verze: SATURNSKÁ GNÓZE
Saturn: Raumkunst, Lebenskunst, Liebeskunst
Tradução Portuguesa: Saturno-Gnose: A Arte de Amar e Viver
Versiune romana: Arta de a iubi si de a trai - Gnoza lui Saturn
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Mehr über diese Orden und ihre Protagonisten in: Andreas Huettl und Peter-R. Koenig: Satan - Jünger, Jäger und Justiz
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