Theodor Reuss
Lingam-Yoni
Teil 2
Die Hindus vergleichen die «Matrix» des Universes und auch die «Matrix» des Sonnensystems mit dem weiblichen Uterus.
Sie schreiben: "Ihr Schoß (Uterus) Matrix ist so weit und groß als der Meru, und die zukünftigen mächtigen Meere lagen schlafend in den Wassern, welche seine Höhlen ausfüllten samt allen Kontinenten, Seen, Bergen, Sternen, Planeten, Göttern, Dämonen und Menschen." Und der Text der Purana sagt: "So groß wie der Meru.
Und der Meru war ihr Amnion und die anderen Berge waren ihr Chorion". Wie das menschliche Ei, so ist das Weltei von sieben Lagern umgeben. Und wie das Dotter (der zukünftige Embryo) von Eiweiß und Schale umgeben ist, so ist der Mensch von dem aurischen Ei, der Aura umgeben, so lange er lebt. Die Geheimlehre der alten Akkader und dann der Chal-däer, und heute noch der Weisen Indiens gibt folgende Analyse des menschlichen Eies und seiner sieben Bestandteile:
- Embryo;
- amniotische Flüssigkeit (Fruchtwasser), die den Embryo unmittelbar umgibt und ihm entströmt;
- Amnion, innere Hülle des Fötus, die die Flüssigkeit enthält;
- Nabelschnur, die die Ernährung des Embryo zuleitet;
- Allantois, eine Art Sack,welche später in die Placenta aufgeht;
- Zwischenraum im Eiweiß, Flüssigkeit zwischen Amnion und Chorion;
- Chorion oder äußere seröse Hülle. Diese sieben Hüllen oder Lager entsprechen sieben Stadien bei der Geburt eines Kosmos.
Die Geheimlehre der esoterischen Rosenkreuzer, der Tempel-Freimaurer, der indischen Okkultisten sagt: Der aurische
Leib soll niemals genannt werden. Gedanken beeinflussen ihn. Er soll deshalb «geheim», «heilig» gehalten werden. Beim Tode assimiliert er den Geist Gottes (Buddhi und Manas) und wird Träger der sieben geistigen Prinzipien, mit der ganzen Ausstrahlung Atmas, des höchsten Wesens, auf sich wirkend, steigt er ins geistige Jenseits (devachanisches Stadium = Gedankenwelt). Er ist die geistige Hülle und Essenz, welche jede Persönlichkeit durch dieses irdische Leben begleitet. Aus dem aurischen Leib bildet sich der Adept den Astralkörper. Die Aura ist immer außerhalb des irdischen Körpers und stets vom göttlichen Funken bestrahlt, d.h. mit ihm verbunden. Das alter ego, das Linga-Scharira, ist innerhalb der physischen Hülle.
Es bleibt sich gleich, ob man die sieben Hierarchien der schöpferischen
(zeugenden und gebärenden Kraft Lingam-Yoni) Engel, planterarische Geister u.s.w nennt, für uns Hermetisten, für die Prajapati, die Baumeister und Freimaurer, die esoterischen Rosenkreuzer sind sie das Symbol von Esekiels' «Räder».
Hieraus muß der Suchende und Schüler des wahren Chela lernen, daß er sich niemals der fremden hypnotischen Macht unterwerfen darf, sondern nur durch sich selbst, durch seinen eigenen, gereinigten Willen in den Zustand des Trance, der Hingabe und Vereinigung mit dem allerhöchsten Prinzip, dem A.BA.W., versetzen darf.
Diese Vereinigung ist Samadhi, ist «Aindi Saefac», ist «Lingam-Yoni».
© Th.Reuss 1906/1992/07
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